Office-Zeiten:

Mo – Fr 10 Uhr – 18 Uhr

 

Lange Zeit meines Lebens habe ich die Beziehungen zu meinen Mitmenschen danach beurteilt, was ich aus ihnen herausschlagen konnte. Das bedeutet, ich fand eine Beziehung dann als „gut“ oder als „funktionierend“, wenn mir ein anderer Mensch in unserem Zusammensein genau jenes Lebensgefühl vermitteln konnte, das ich mir von ihm gewünscht hatte. Und ich fand die Beziehung zu ihm dann als „schlecht“, wenn er mir dieses Gefühl nicht geben konnte. Meinem Gegenüber ging es da sicher ebenso, denn im Rückblick erkenne ich, dass ich – Oh Wunder! – immer genau jene Freunde, Partnerinnen und Kollegen hatte, die ich verdient und die mich verdient hatten.

Ich war zwar nie derjenige, der Beziehungen beendet hat, denn ich bin weder ein Flüchter noch einer, der sich nicht durchbeißt, aber als erfüllend hatten wohl weder ich noch die anderen unsere Begegnungen erfahren. Und wenn, dann wohl nur Phasenweise, mit viel Kampf und Drama, mit viel Durchhaltevermögen und oft schmerzhaften Abschieden.

Um andere nicht zu verlieren, habe ich dann begonnen, all jene Anteile an mir zu verleugnen oder versucht zu ändern, die mein Gegenüber als störend oder inakzeptabel erachtete. Damit gelang es mir, Menschen länger im Raum zu halten. Aber auch das war nur ein Weg, die Ablauffrist zu dehnen. Echte Erfüllung war es jedoch nicht. Daher blieb meist auch nicht viel mehr übrig als Trennungsszenarien, Herzschmerz und die erneute Suche nach dem nächsten „Geschäftspartner“ für die beabsichtigte Bedürfnis GmbH. Ein beinahe hoffnungsloser Kreislauf in dem ich und meine Mitmenschen da steckten.

Die Einzige Ausnahme dabei stellten die Beziehungen zu meinen Kindern dar. Von denen wollte ich nie etwas Bestimmtes. Es war genug, dass es sie gibt, ganz egal, wie sie sind und was sie tun – es war und ist zwischen ihnen und mir immer bedingungslos gelaufen. Mit allen übrigen Menschen lief es jedoch nach dem zuvor beschriebenen „Geschäftsmodell“. Und zwar beidseitig.

Seit dem Tage aber, als ich begriff, dass ich meine Beziehungen stets in einen unbrauchbaren Kontext gestellt hatte, weil ich heute weiß, dass es auch anders geht, gewinnen diese Beziehungen immer mehr an wahrer Tiefe, echter Freiheit, beidseitiger Erfüllung und Liebe. Seltsam, dass ich für manche Erkenntnisse in meinem Leben so lange brauchte, wo ich doch so wunderbare Lehrer wie zum Beispiel meine Kinder hatte. Aber es ist bekanntlich nie zu spät, es sei denn, es ist zu spät. Nun, ich hatte wohl Glück…

Und so kann ich heute überzeugt sagen: Es geht in einer Beziehung nicht darum, was du aus ihr herausschlagen kannst und wie sehr sie deinem Ego schmeichelt, wie sehr deine Bedürfnisse befriedigt und welche Idealvorstellungen dabei verwirklicht werden. Es geht vielmehr darum, wie viel Raum ihr einander schenkt, um euch im Bezug auf den anderen als das zu erkennen, wer und was ihr wirklich seid und wer und was ihr in Zukunft sein wollt.

Das bedeutet, dass ihr beide aufhören solltet, euch als jemand zu geben, der ihr nicht seid und auch gar nicht sein wollt, nur um das zu bekommen, was ihr wollt. Ihr müsst erkennen, dass ein anderer Mensch nicht dazu da ist, euch glücklich, erfüllt und befriedigt zu machen. Keine Beziehung auf Erden dient dem Glück, sondern stets der Bewusstwerdung. Ihr begegnet euch, um euch durch den anderen als das zu erkennen, was ihr wirklich seid, und euch anhand dieser Erkenntnis als das zu definieren, wer und was ihr im nächsten Augenblick sein wollt.

Dazu ist es unerlässlich, euch vollkommen nackt zu zeigen und zwar beide. Ihr braucht den Mut, alle Masken und Vorstellungen abzulegen, euch aufrichtig aufeinander einzulassen und euch im anderen zu erkennen, um das, was ihr dort dann findet, urteilsfrei anzunehmen. Das hat nichts mit Spiegelung zu tun, sondern vielmehr damit, dass ihr erkennt, dass es zwischen euch keine Trennung gibt, weil ihr eins seid. Ihr seid dieselbe Seele, derselbe Geist in unterschiedlichen Körpern. Und ihr könnt einander dabei helfen, die nächst bessere Version von euch selbst zu werden. Nur dadurch gewinnt eure Begegnung jenen Sinn, den ihr tief in euch ersehnt.

Und wenn ihr das erkannt habt, wird euch klar, dass eine Beziehung zu einem anderen Menschen nur dann erfüllend Früchte tragen kann, wenn ihr in sie etwas hineinsteckt, ohne dabei zu erwarten, dass auch etwas Bestimmtes dabei für euch herauskommt. Ihr begegnet einander als Entwicklungshelfer, die sich gegenseitig dabei unterstützen, die Illusionen der Welt aufzulösen, um mehr und mehr der zu werden, der ihr wirklich seid und in Zukunft sein wollt. Ihr helft einander bei der Transformation von der Ego-Raupe zum heiligen Schmetterling. Dazu müsst ihr euch immer wieder eingestehen, dass ihr oftmals Ego-Raupen seid und dass euer wahres Ziel der bunt schillernde Tanz als heilige Schmetterlinge ist.

Wenn du in einem anderen Menschen das erkennen kannst, was er wirklich ist, nämlich du selbst in einer anderen Form, dann bist du an dem Punkt angekommen, wo du aufhörst, als Bettler vor der Liebe einen anderen Bettler vor der Liebe um Liebe anzubetteln, um dann enttäuscht zu sein, weil dein Bettelkollege keine Liebe in den Taschen hat. Eure Bestimmung ist nicht Glück – eure Bestimmung ist Bewusstwerdung. Glück darf dabei entstehen, aber es kann niemals das Ziel sein. Frage dich daher nicht, was dir ein anderer Mensch geben kann, sondern wer du selbst in Bezug auf ihn sein könntest, wenn du ihn als das sehen würdest, was er selbst in seiner schönsten Form sein möchte.

Möchtest auch du deine Beziehung von einer Bedürfnis GmbH zu einem erfüllenden und frei fließenden Strom gegenseitiger Liebe erheben?
– Dann ist unser Seminar VENUS FINDET MARS vielleicht genau das Richtige für dich.

ERFAHRE MEHR


DIE KINGS & QUEENS LIST

Unsere Mitglieder genießen zahlreiche Vorteile einer großen, ständig wachsenden VIP-Gemeinschaft. Als Insider sind sie immer direkt am Puls des Geschehens. Erfahre regelmäßig wichtige Neuigkeiten, erhalte aktuelle Informationen und exklusive Angebote. Werde auch du royal. Kostenlos. Weil du zählst.

WERDE TEIL UNSERER KINGS & QUEENS LIST


© 2021 by Andersmensch. All rights reserved.

 

EMPFOHLENE ARTIKEL

Die mobile Version verlassen